Wirkung, Inhaltsstoffe und mein Rezept für ein Königskerzenöl
Die Königskerze ist mit ihren leuchtend gelben Blüten kaum zu übersehen. Viele kennen sie vor allem als klassische Heilpflanze für die Atemwege – doch sie kann noch deutlich mehr.
In diesem Beitrag zeige ich dir, wie du die Königskerze erkennst, welche Inhaltsstoffe in ihren Blüten stecken und warum sie traditionell nicht nur bei Husten, sondern auch äußerlich bei Ohrenschmerzen verwendet wird.
Außerdem verrate ich dir mein persönliches Lieblingsrezept: einen besonderen Ölauszug aus Königskerzenblüten, Johanniskrautöl und Johanniskrauttinktur. Du erfährst auch, warum ich zusätzlich eine Tinktur verwende, weshalb ich den Auszug nicht erhitze und wie du ihn äußerlich anwenden kannst.

Die Königskerze erkennen:
Von der Königskerze gibt es zahlreiche Arten. Besonders bekannt sind die Großblütige Königskerze, die Kleinblütige Königskerze und die Dunkle Königskerze. Obwohl sie sich im Aussehen unterscheiden, besitzen sie eine sehr ähnliche Zusammensetzung an Inhaltsstoffen und können in der Pflanzenheilkunde gleichermaßen verwendet werden.

Welche Pflanzenteile werden verwendet?
Vor allem die frisch geöffneten Blüten.
Erntezeit: Juni bis August.
Jede Blüte öffnet sich nur für einen Tag.
Die Inhaltsstoffe der Königskerze – was steckt in den Blüten?
Die Königskerze zählt zu den wichtigsten heimischen Heilpflanzen für die Atemwege. Verantwortlich dafür ist nicht nur ein einzelner Wirkstoff, sondern das harmonische Zusammenspiel verschiedener Pflanzenstoffe. Genau diese Kombination macht sie so besonders.
Schleimstoffe – der schützende Film
Die Schleimstoffe legen sich wie ein feiner Schutzfilm über gereizte Schleimhäute.
Dadurch können sie:
- gereizte Schleimhäute beruhigen
- trockenen Reizhusten lindern
- den Hustenreiz mildern
- Hals und Rachen wohltuend schützen
Gerade bei trockenem Reizhusten gehören sie deshalb zu den wertvollsten Inhaltsstoffen der Königskerze.
Saponine – wenn sich festsitzender Schleim lösen soll
Neben den Schleimstoffen enthält die Königskerze auch Saponine.
Diese unterstützen den Körper dabei,
- zähen Schleim zu verflüssigen,
- das Abhusten zu erleichtern und
- die Atemwege zu befreien.
Dadurch ergänzen sie die Schleimstoffe perfekt: Während Schleimstoffe beruhigen, helfen Saponine dabei, festsitzenden Schleim zu lösen.
Flavonoide – natürliche Pflanzenfarbstoffe
Die leuchtend gelben Blüten enthalten außerdem wertvolle Flavonoide, unter anderem Apigenin und Luteolin.
Diese sekundären Pflanzenstoffe werden aufgrund ihrer
- antioxidativen,
- entzündungshemmenden und
- gefäßschützenden
Eigenschaften geschätzt.
Sie unterstützen die natürlichen Schutzmechanismen des Körpers und tragen dazu bei, die Pflanze in ihrer Gesamtheit so wertvoll zu machen.
Aucubin – ein besonders spannender Pflanzenstoff
Ein Inhaltsstoff, der oft weniger bekannt ist, ist Aucubin.
Aucubin gehört zu den Iridoidglykosiden und wird aufgrund seiner entzündungshemmenden und antimikrobiellen Eigenschaften intensiv erforscht.
Besonders spannend ist:
- Aucubin ist überwiegend wasserlöslich.
- Gleichzeitig gilt es als hitzeempfindlich.
Genau deshalb stelle ich meinen Königskerzen-Ölauszug etwas anders her als viele klassische Rezepte.
Da sich wasserlösliche Inhaltsstoffe in reinem Öl nur begrenzt lösen, ergänze ich meinen Rezeptansatz zusätzlich mit Johanniskrauttinktur. So gelangen neben den fettlöslichen auch wasserlösliche Pflanzenstoffe in den fertigen Auszug.
Außerdem verzichte ich bewusst auf das Erhitzen des Öls, um hitzeempfindliche Inhaltsstoffe möglichst gut zu erhalten.

Wofür wird die Königskerze traditionell verwendet?
Die Königskerze zählt zu den vielseitigsten heimischen Heilpflanzen. Bereits seit Jahrhunderten wird sie in der Volksheilkunde geschätzt und findet sowohl innerlich als auch äußerlich Anwendung. Verantwortlich dafür ist das harmonische Zusammenspiel ihrer verschiedenen Inhaltsstoffe – von beruhigenden Schleimstoffen über schleimlösende Saponine bis hin zu wertvollen Flavonoiden und Aucubin.
Für die Atemwege
Am bekanntesten ist die Königskerze als Heilpflanze für die Atemwege. Dank ihrer Schleimstoffe und Saponine wird sie traditionell eingesetzt bei:
- trockenem Reizhusten
- verschleimtem Husten
- gereizten Schleimhäuten
- Halsschmerzen
- Erkältungen
Während die Schleimstoffe die gereizten Schleimhäute beruhigen, unterstützen die Saponine das Lösen von festsitzendem Schleim und erleichtern das Abhusten.

Äußerlich bei Ohrenschmerzen
Weniger bekannt ist, dass die Blüten der Königskerze traditionell auch äußerlich bei Ohrenschmerzen verwendet werden.
Dafür wird häufig ein Ölauszug hergestellt, der äußerlich angewendet wird. Für mein persönliches Rezept kombiniere ich die Königskerzenblüten mit Johanniskrautöl und ergänze den Auszug zusätzlich mit Johanniskrauttinktur. Warum ich diese Kombination wähle und welche Vorteile sie bietet, zeige ich dir weiter unten im Beitrag.

Wohltuend für gereizte Haut
Auch äußerlich wird die Königskerze seit Langem geschätzt. Ihre Blüten finden traditionell Verwendung bei:
- trockener und empfindlicher Haut
- leichten Hautreizungen
- kleinen oberflächlichen Wunden
- sonnengereizter Haut
Dabei werden vor allem ihre beruhigenden, entzündungshemmenden und wundheilungsfördernden Eigenschaften genutzt.
Mehr als nur eine Heilpflanze
In der Volksheilkunde wird die Königskerze nicht nur wegen ihrer körperlichen Wirkung geschätzt. Mit ihren leuchtend gelben Blüten gilt sie seit jeher als Sonnenpflanze und wird symbolisch mit Licht, Wärme und Lebensfreude verbunden.
Früher glaubte man, sie könne die Sonne zurück ins Herz bringen und in dunklen Zeiten neue Kraft schenken. Auch heute verbinden viele Menschen die Königskerze mit Optimismus, innerer Stärke und positiver Energie.

Mein Rezept: Königskerzenblütenöl mit Johanniskraut
Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, ein Königskerzenöl herzustellen. Im Laufe der Jahre habe ich meine Herstellung jedoch etwas angepasst, um möglichst viele wertvolle Inhaltsstoffe zu erhalten.
Doch bevor wir uns die Herstellung ansehen, schauen wir uns noch an, warum ich mein Königskerzenöl etwas anders herstelle als viele klassische Rezepte. Denn genau hier steckt ein kleiner, aber entscheidender Unterschied …
Warum ich Johanniskrautöl verwende?
Statt eines neutralen Pflanzenöls verwende ich Johanniskrautöl. Johanniskraut besitzt selbst hautberuhigende, entzündungshemmende und regenerierende Eigenschaften und ergänzt die Königskerze wunderbar.
Warum zusätzlich Johanniskrauttinktur?
Die Königskerze enthält unter anderem Aucubin. Dieser Inhaltsstoff ist überwiegend wasserlöslich. In einem reinen Ölauszug würde davon nur ein kleiner Teil gelöst werden.
Deshalb ergänze ich meinen Ölauszug zusätzlich mit Johanniskrauttinktur. Dadurch gelangen neben den fettlöslichen auch wasserlösliche Pflanzenstoffe in den fertigen Auszug.
Außerdem verzichte ich bewusst auf das Erhitzen des Öls, da Aucubin als hitzeempfindlich gilt.

Rezept zum Nachmachen – Königskerzenöl mit Johanniskraut
Jetzt geht es an die praktische Umsetzung.
Im folgenden Video zeige ich dir Schritt für Schritt, wie ich meinen Ölauszug aus Königskerzenblüten, Johanniskrautöl und Johanniskrauttinktur herstelle und worauf ich dabei achte.
👉 Das vollständige Rezept mit allen Zutaten, Mengenangaben und der genauen Herstellung findest du direkt im Video.
(Video Königskerzenöl die Herstellung)

Anwendung:
Den fertigen Ölauszug verwende ich ausschließlich äußerlich.
Ich gebe einige Tropfen auf ein Wattepad und lege dieses auf das schmerzende Ohr. Anschließend fixiere ich es mit einem Stirnband oder einer Mütze, damit das Öl in Ruhe einwirken kann.
Wichtig: Der Ölauszug wird nicht in den Gehörgang eingetropft. Bei starken, anhaltenden oder unklaren Ohrenschmerzen sowie insbesondere bei Kindern sollte die Ursache immer ärztlich abgeklärt werden.

💛Fazit:
Die Königskerze gehört für mich zu den schönsten Sommerheilpflanzen. Nicht nur wegen ihrer beeindruckenden Blüten, sondern auch wegen ihrer vielseitigen Einsatzmöglichkeiten. In Kombination mit Johanniskraut entsteht ein Ölauszug, der seit Jahren einen festen Platz in meiner Naturapotheke hat.
Komm mit mir hinaus in die Natur
Die schönsten Kräutergeschichten beginnen nicht am Schreibtisch, sondern draußen – auf Wiesen, an Wegrändern und mitten in der Natur.
Deshalb lade ich dich herzlich zu meinem Sommerkräuterspaziergang – Online ein. Gemeinsam entdecken wir die Naturapotheke des Sommers, lernen Heilpflanzen sicher zu erkennen und erfahren, worauf es beim Sammeln und Anwenden wirklich ankommt.
Du begleitest mich dabei Schritt für Schritt durch die Natur – fast so, als würden wir gemeinsam spazieren gehen.
Dort begegnen wir auch der beeindruckenden Königskerze und vielen weiteren Sommerheilpflanzen, die direkt vor unserer Haustüre wachsen. 🌼
Alle Informationen zum Sommerkräuterspaziergang – Online folgen schon bald. Ich freue mich schon jetzt darauf, dich mit hinaus in die Natur zu nehmen und gemeinsam die Naturapotheke des Sommers zu entdecken.
Bis dahin wünsche ich dir ganz viel Freude beim Entdecken und Ausprobieren!
Alles Liebe,
Deine Carina

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