Wie oft bist du heute schon am Breitwegerich vorbeigelaufen?
Wahrscheinlich öfter, als dir bewusst ist.
Der Breitwegerich (Plantago major) wächst nahezu überall. Auf Wiesen, an Feldwegen, in Gärten und sogar zwischen Pflastersteinen. Die meisten laufen achtlos an ihm vorbei. Dabei gehört er seit Jahrhunderten zu den wichtigsten heimischen Heilpflanzen.
Gerade bei kleinen Wunden, Insektenstichen oder gereizter Haut ist er für mich oft die erste Wahl. Nicht ohne Grund wurde er früher sogar „Fußblatt“ genannt.
In diesem Beitrag zeige ich dir:
- wie du den Breitwegerich sicher erkennst
- welche wertvollen Inhaltsstoffe in ihm stecken
- was die Forschung über ihn sagt
- wie du ihn anwenden kannst
- wie du eine Breitwegerich-Tinktur herstellst
- warum ich mein Breitwegerichöl anders herstelle als klassische Ölauszüge

Den Breitwegerich erkennen:
Merkmale
- bodennahe Blattrosette
- breite, eiförmige Blätter
- fünf bis neun deutlich sichtbare Blattnerven
- lange Blütenstängel mit schmalen Blütenähren
- Blütezeit: Mai bis Oktober
Standort
Der Breitwegerich liebt nährstoffreiche Böden und wächst besonders gerne an Wegen, Wiesen und auf häufig betretenen Flächen.
Gerade weil er so trittfest ist, erhielt er im Volksmund viele Namen wie Fußblatt, Wegetritt oder Wegerich.

Warum wurde er früher „Fußblatt“ genannt?
Früher waren Menschen deutlich mehr zu Fuß unterwegs als heute.
Blasen, Druckstellen oder kleine Verletzungen gehörten zum Alltag.
Deshalb legten Wanderer frische Breitwegerichblätter direkt in ihre Schuhe.
Die Blätter wirkten kühlend, schützend und beruhigend auf die beanspruchte Haut.
Ein einfaches Hausmittel, das über Generationen weitergegeben wurde.

Die wertvollen Inhaltsstoffe
Was den Breitwegerich so besonders macht, ist nicht ein einzelner Wirkstoff, sondern das harmonische Zusammenspiel vieler Pflanzeninhaltsstoffe.
Aucubin
Aucubin gehört zu den Iridoidglykosiden und zählt zu einen spannenden Inhaltsstoff des Breitwegerichs.
Studien beschreiben unter anderem:
- antimikrobielle Eigenschaften
- entzündungshemmende Eigenschaften
- antioxidative Wirkung
Besonders spannend:
Aucubin ist überwiegend wasserlöslich.
Deshalb lässt sich dieser Inhaltsstoff mit einer Tinktur deutlich besser lösen als mit einem klassischen Ölauszug.
Allantoin
Allantoin unterstützt die natürliche Regeneration der Haut.
Allantoin unterstützt die Regeneration der Haut und fördert die natürliche Erneuerung des Gewebes.
Schleimstoffe
Die Schleimstoffe legen sich wie ein schützender Film auf Haut und Schleimhäute.
Dadurch wirken sie angenehm beruhigend.
Gerbstoffe
Gerbstoffe besitzen zusammenziehende Eigenschaften.
Dadurch unterstützen sie die natürliche Wundheilung.
Flavonoide
Flavonoide wirken antioxidativ und tragen zum Schutz der Pflanzenzellen bei.
Kieselsäure
Die enthaltene Kieselsäure unterstützt den körpereigenen Heilungsprozess und die Regeneration des Gewebes.
Genau dieses Zusammenspiel der verschiedenen Inhaltsstoffe macht den Breitwegerich so besonders. Erst die Kombination aus Aucubin, Allantoin, Schleimstoffen, Gerbstoffen, Flavonoiden und Kieselsäure verleiht ihm seine vielseitigen Eigenschaften und macht ihn zu einer der wertvollsten heimischen Heilpflanzen.

Was sagt die Forschung?
Während der Breitwegerich früher vor allem aus der Volksheilkunde bekannt war, beschäftigen sich heute auch wissenschaftliche Arbeiten mit seinen Inhaltsstoffen.
- Studien zeigen eine beschleunigte Wundheilung durch Extrakte aus Breitwegerich.
- Auch antimikrobielle Wirkungen gegen verschiedene Bakterien und Pilze konnten in Laborstudien nachgewiesen werden.

Anwendungsmöglichkeiten
Ich verwende den Breitwegerich besonders gerne bei:
🌿 kleinen Wunden
🌿 Schürfwunden
🌿 Schnittverletzungen
🌿 Insektenstichen
🌿 Brennnesselkontakt
🌿 Blasen
🌿 Druckstellen
🌿 gereizter Haut
🌿 trockenen Hautstellen
Traditionell wird er außerdem verwendet:
- zur Unterstützung der Atemwege
- bei Reizhusten
- als Gurgellösung bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum
- zur Unterstützung einer gereizten Magenschleimhaut
Frische Anwendung unterwegs
Genau das liebe ich am Breitwegerich, er wächst fast überall. Wenn unterwegs einmal kein Pflaster oder keine Salbe griffbereit ist, genügt oft schon ein frisches Blatt. Einfach leicht zwischen den Fingern zerreiben oder leicht ankauen und direkt auf die betroffene Stelle legen, eventuell mit einem Tuch fixieren.
So wird der Pflanzensaft freigesetzt und kann direkt auf der Haut wirken.

Rezept Breitwegerichtinktur
- Frische Breitwegerichblätter klein schneiden (Menge ca. die Hälfte vom Gefäß, dass du für die Tinktur verwendest)
- Mit 40% Alkohol (Vodka oder Korn) auffüllen. (Hier mixe ich gerne den Alkohol mit den Breitwegerichblättern. Ist aber kein Muss.)
- Gefäß verschließen und für 1–3 Wochen lichtgeschützt ausziehen lassen.
- Anschließend abseihen und dunkel lagern.
Wo kannst du die Tinktur einsetzen:
🌿 zur Pflege kleiner Wunden, Schürfwunden und Schnittverletzungen
🦟 bei Insektenstichen
🍃 als Gurgellösung bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum
🌬️ Zur Unterstützung der Atemwege
🌱 Zur Unterstützung einer gereizten Magenschleimhaut (wirkt Schleimhautschützend)
💚 Äußerlich: kann die Tinktur je nach Anwendung punktuell oder mit Wasser bzw. einem hochwertigen Pflanzenöl (Schüttellotion) verdünnt verwenden.
💧 Innerlich: werden ca. 10–15 Tropfen in etwas Wasser verdünnt eingenommen.

🌿 Videoanleitung: Breitwegerich-Tinktur herstellen
Du möchtest die Breitwegerich-Tinktur Schritt für Schritt gemeinsam mit mir herstellen? Dann schau dir gerne das folgende Video an. Dort zeige ich dir die gesamte Herstellung.
🎥 Hier geht’s direkt zum Video:
(Breitwegerichtinktur die Herstellung)
Sobald deine Tinktur fertig ist, kannst du sie vielseitig verwenden – oder sie direkt für das nächste Rezept nutzen: unser pflegendes Breitwegerichöl.
Rezept: Breitwegerichöl
Das vollständige Rezept findest du direkt im Video als Texteinblendung. So kannst du die Herstellung Schritt für Schritt mitverfolgen und dein eigenes Breitwegerichöl ganz einfach zu Hause nachmachen. Ich wünsche dir ganz viel Freude beim Rühren!
🎥 Hier geht’s direkt zum Video:
(Breitwegerichöl die Herstellung)

Ich verwende mein Breitwegerichöl besonders gerne zur Pflege von:
🌿 kleinen Wunden und Schürfwunden
🦟 Insektenstichen
🌱 gereizter oder juckender Haut
☀️ sonnengestresster Haut
👣 rissigen Händen und Füßen
✨ trockenen Hautstellen
Außerdem eignet es sich wunderbar als Grundlage für selbstgemachte Salben, Cremes oder Roll-ons.
Warum verwende ich für dieses Öl zusätzlich eine Breitwegerich-Tinktur?
Der Breitwegerich enthält sowohl wasserlösliche als auch fettlösliche Pflanzeninhaltsstoffe.
Mit einem klassischen Ölauszug würdest du ihn daher nur eingeschränkt erfassen.
Deshalb kombiniere ich den Ölauszug mit einer Breitwegerich-Tinktur. So können sowohl wasser- als auch fettlösliche Inhaltsstoffe in das Öl gelangen.
➡️ Falls du die Breitwegerichtinktur erst angesetzt hast, dann musst du nicht 2 Wochen warten, bis du dein Öl herstellen kannst. Nimm einfach die 20ml heraus und lass den Rest noch weiter ausziehen😉.
➡️ Du kannst das Öl nach der Herstellung natürlich auch länger als wie 5-7 Tage ausziehen lassen😉.
Außerdem arbeite ich bewusst mit einem Kaltansatz. Dadurch bleiben hitzeempfindliche Inhaltsstoffe, wie unter anderem Aucubin möglichst gut erhalten.
💛 Fazit:
Für mich zeigt der Breitwegerich wie kaum eine andere Pflanze, dass die wertvollsten Heilpflanzen oft direkt vor unserer Haustür wachsen.
Man muss sie nur erkennen.
Ob als frische Auflage, Tinktur oder Öl, der Breitwegerich begleitet mich seit vielen Jahren und gehört zu den Pflanzen, die ich niemals missen möchte.
Ich hoffe, dass auch du ihn nach diesem Beitrag mit ganz anderen Augen siehst.
🌿 Vielleicht entdeckst du ihn ja schon bei deinem nächsten Spaziergang.
Alles Liebe,
Deine Carina von NaturGfüh
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